Über Religion wird in der Soziologie viel nachgedacht. Das ist auch kein Wunder — bildet sie doch die historische Grundlage für die Ausbildung des Normen- und Wertesystems einer jeden Gesellschaft. Häufige Schlagworte im aktuellen Diskurs sind etwa die „Säkularisierung” oder auch die „Individualisierung”. Zwischen diesen beiden Entwicklungen wird von der Forschung jedoch allzu häufig die Ebene der Religionsgemeinschaften, der religiösen Organisation, vernachlässigt.
Dies ist bedauerlich, unterliegen doch auch religiöse Gemeinschaften und Organisationen einem spannenden Wandel, der durch den Monopolverlust der großen Kirchen und die Pluralisierung des Anbietermarktes beflügelt wird. Im Speziellen interessiert mich die Entwicklung katholischer Pfarreien, die ich am empirischen Beispiel der Einführung von Wort-Gottes-Feiern nachzuzeichnen suche.
Wort-Gottes-Feiern sind Gottesdienste, die nicht mehr von Priestern, sondern von dazu beauftragten Gemeindemitgliedern geleitet werden. Ihre Einführung sagt zum einen etwas über Überbrückungsmenchanismen zwischen religiösen Experten und religiösen Laien; zum anderen ist sie Spiegel für ein sich wandelndes Verhältnis zwischen dem Interaktionsraum Pfarrgemeinde und der Organisation Kirche.
an der FernUniversität in Hagen
bei PD Dr. Rainer Schützeichel
FernUniversität in Hagen mit den Schwerpunkten:
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an der NTNU Trondheim, Norwegen